

Am Samstag, dem 5. April, hat in der Wiener Hofburg der Landesjägertag 2008 stattgefunden. Neben der Trophäenschau war der Höhepunkt der Veranstaltung ein Vortrag des Südtiroler EU-Parlamentariers, Dr. Michl Ebner, zum Thema: „Ist die EU eine Gefahr für die traditionelle Jagd?“ Ebner ist selber ein Jäger, seit rund 14 Jahren Abgeordneter im Europäischen Parlament. Als Vorsitzender der fraktionsübergreifenden Intergruppe „Nachhaltige Jagd, Biodiversität und ländliche Aktivitäten“ setzt er sich für die Bewahrung der jagdlichen Interessen in Europa ein. Keine so leichte Aufgabe, wie er sagt, denn die Jägerinnen und Jäger seien ein beliebtes Opfer für verschiedene Lobbys. Jäger würden noch immer als Mörder dargestellt. Für Ebner ist Jagd kein Sport oder Hobby, sondern die nachhaltige Nutzung der Natur, die nicht in jedem Land gleich erfolgen kann, wie er sagt. Jagdliche Maßnahmen in Europa über einen Kamm zu scheren, funktioniere nicht.
 Keine Harmonisierung in Jagdfragen

Deswegen fordert die Intergruppe, dass es zu keiner Harmonisierung in Jagdfragen kommen darf. Jagd müsse Kompetenz der Nationalstaaten bleiben. Als Ausnahme nennt er den Europäischen Feuerwaffenpass, der zu mehr Sicherheit im Umgang mit Waffen führen soll. In seinem Vortrag geht Ebner auf fünf jagdrelevante Themen ein: Vogelrichtlinie, Natura 2000, Waffenrecht und Fallenjagd. Fazit: Viele Richtlinien würden von den Nationalstaaten aus einem Selbstzweck heraus überinterpretiert. Wenn es Probleme im eigenen Land gäbe und diese nicht mehr bewältigt werden könnten, dann würde die Schuld gerne auf Brüssel geschoben. Die Bevölkerung in Europa sei schlecht über die EU informiert und Brüssel sei weit weg. „Eine für die Nationalstaaten praktische Konstellation“, so Ebner.
 Schulterschluss mit anderen Naturnutzern notwendig

Ein besonderes Anliegen ist dem EU-Abgeordneten der Schulterschluss mit allen anderen Naturnutzern: Landwirte, Schutzverbände, Fischer etc.. Nur so könne es gelingen, Lebensräume und natürliche Ressourcen großräumig zu bewahren und dem Aussterben von 11.000 bedrohten Pflanzen- und Tierarten in Europa entgegenzuwirken.
Landesjägermeister Günther Sallaberger bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei Ebner, bei allen Funktionären und Freunden des Wiener Landesjagdverbandes und bei allen Mitwirkenden dieser Veranstaltung: den Jagdhornbläsergruppen und im Besonderen beim Kooperationspartner Land Rover Stahl. 
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